Das Dorf Schiffbek

Das Dorf Schiffbek wurde erstmalig im Jahre 1212 urkundlich erwähnt. Namensgebend war vermutlich die bis hierher schiffbare Bille, die in diesem Gebiet unmittelbar am Fuße des Geesthangs entlang fließt. Zugleich wurde seine Anlage dadurch begünstigt, dass hier von alters her ein Fernhandelsweg verlief, der dem Urstomtal der Elbe am Nordrand folgt.
Bis 1864 stand Schiffbek als Teil Holsteins unter dänischer Herrschaft, ab 1867 gehörte es zur neuen preußischen Provinz Schleswig-Holstein. 1928 wurde es dann mit den beiden Nachbargemeinden Kirchsteinbek und Öjendorf zur Großgemeinde Billstedt zusammengefasst, die durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 in die Hansestadt eingemeindet wurde.
Schiffbek war von Beginn an ein Straßendorf. Es erstreckte sich entlang der heutigen Billstedter Hauptstraße und reichte unmittelbar von der Hamburger Grenze an der heutigen Legienstraße bis zur Abzweigung der Möllner Landstraße. Auf der Südseite befanden sich die Bauernhäuser. Sie waren im Stil des niedersächsischen Hallenhauses gebaut und mit Stroh gedeckt. Im Südwesten, der vorherrschenden Windrichtung, wurden sie von prächtigen Bäumen, meist Linden, umsäumt.  Zur Bille hin verfügten sie über fruchtbare Gärten mit zahlreichen Obstbäumen,  die zur Blütezeit einen „erquicklichen Anblick“ boten.  Auf der Nordseite lagen die Gebäude von Kätnern, anderen unterbäuerlichen Schichten und Gewerbetreibenden. An den beiden Enden wurde der Ort schließlich von zwei größeren Gasthäusern gesäumt. Im Westen war dies das „Schleswig-holsteinische Wappen“. Bei ihm handelte es sich um ein großes Fachwerkhaus, vor dem zwei große schattenspendende Bäume standen. Außerdem befanden sich vor seinem Eingang auf Pfählen befestigte Eisengitter, die zum Anbinden der Pferde dienten. Das Lokal am östlichen Ende wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom Gastwirt Vocke betrieben. Hier befand sich auch der Zollposten.
Im Jahr 1634 waren in Schiffbek 8 Höfe und 11 Katen sowie insgesamt 96 Einwohner gezählt worden. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl dann auf knapp 600 Menschen, die sich auf etwa 130 Haushaltungen in 66 Gebäuden verteilten. Zu den Bauernfamilien hatten sich nun unter anderem mehrere Zollbedienstete, ein Chausseegeldeinnehmer, ein Gendarm, ein Oberpolizeidiener, ein Lehrer, einige Ärzte, Schmiede, Bäcker, Krüger, Höker, Tischler, Schneider und Schuster, jeweils ein Rademacher, Riemermeister, Mehlhändler und Torfschiffer und schließlich zahlreiche Arbeiter und Tagelöhner gesellt.
Die Schiffbeker Feldmark ersteckte sich vom Nordrand des Dorfes bis zur Jenfelder Grenze. Im Jahre 1773 wurden die bis dahin bestehenden Gewannflure in Koppeln umgewandelte. Im Zuge dieser Verkoppelung erhielt der heutige Schiffbeker Weg seinen geraden Verlauf. Die Böden waren überwiegend sandig, wurden aber häufig durch Dünger ergiebig gemacht. Im 19. Jahrhundert herrschte der Kartoffelbau vor, bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dann überwiegend Getreide angebaut. Außerdem gab es entlang der Bille, im Bereich des Schiffbeker Moores sowie am Jenfelder und Schleemer Bach zahlreiche Weiden.
Die heutige Billstedter Hauptstraße entwickelte sich zur Hauptausfallstraße Hamburgs in Richtung Berlin. Bereits in den 1830er Jahren war sie mit einem soliden Pflaster versehen worden. 1904 wurden hier an einem Tag 300 Fahrzeuge gezählt. Dabei dürfte es sich noch überwiegend um Pferdefuhrwerke gehandelt haben. Doch schon wenig später wurden die Autos zu einer Belastung und Bedrohung.
Die Bewohnerschaft Schiffbeks um 1860

Die Entwicklung der Schiffbeker Feldmark ab 1900

 

 



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