Spektakuläre Fotos von Stinkbüdelsgang aufgetaucht

Im Jahr 1906 errichteten die Gemeinden Schiffbek und Billwärder auf gemeinsame Kosten eine Fußgängerbrücke über die Bille, die den zahlreichen Fabrikarbeitern, die in Schiffbek wohnten und in Billwärder arbeiteten, den Arbeitsweg zu verkürzen. Bis dahin gab es in diesem Bereich lediglich die im Jahr 1604 erstmalig erwähnte Rote Brücke. Für die neue Fußgängerbrücke bürgerte sich schnell der Name "Stinkbüdelsgang" ein. Ursprünglich befand sich die Brücke ungefähr auf Höhe des Parkplatzes hinter dem heutigen Panorama-Hotel; 1976 wurde sie dann etwa 800 Meter nach Osten verlegt, wo sie noch heute eine Verbindung von der Wohnunterkunft am Billstieg nach Billstedt schafft.

 

Gleichwohl der Stinkbüdelsgang über viele Jahrzehnte hinweg eine so große Rolle im täglichen Leben vieler Billstedter gespielt hat, verfügte die Geschichtswerkstatt bisher lediglich über eine Luftaufnahme, die die Brücke an ihrem ursprünglichen Standort zeigt. Doch nun hat Arno Strutz im Nachlass seines Vaters Oskar Strutz mehrere Farbfotos gefunden, die aus dem Jahr 1957 stammen und nicht nur die Brücke selbst, sondern auch die angrenzende Erschließung wesentlich anschaulicher zeigen, und sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Dafür gilt ihm unser ganz herzlicher Dank!

 

Sollten auch Sie noch alte Fotos von Billstedt besitzen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns diese ebenfalls überlassen. So können sie in das kollektive Gedächtnis eingehen und dazu beitragen, die Entwicklung Hamburgs noch anschaulicher zu machen.

 

Doch nun zu den Bildern von Herrn Strutz. Das obere Bild zeigt das Brückenende auf Billstedter Seite. Bis zum Bau der Schnellstraße B5 führte hier vom Lösch- und Ladeplatz am Ufer der Bille ein in die Geestkante eingeschnittener Hohlweg hinauf in das Billstedter Zentrum. Auf dem mittleren Bild erkennt man neben der Brücke selbst die damals noch dichte Bebauung des Nordufers von Billbrook mit Fabrikgebäuden. Auf dem unteren Bild ist schließlich der enge Gang zu sehen, der sich auf Billbrooker Seite an die Brücke anschloss und zwischen zwei Fabrikgeländen hindurch zum Billbrookdeich geführt hat.

 

 

 




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