Schiffbek in den Sixties. Erinnerungen von Irene Schülert, Fotografien von Kurt J. Scheffer, der SC Vorwärts, das Unternehmen Morgenstern, Bigot & Co. und die Wahrheit über "Adlershorst"

Nachkriegsgeschichte, Arbeitergeschichte, Frauengeschichte, Bildungsgeschichte und ganz viel Billstedt – all das steckt in der Autobiografie von Irene Schülert, die das Herzstück dieser Publikation bildet. Im Jahr 1951 in die Arbeiterkolonie der Jutespinnerei und -weberei hineingeboren, wuchs sie im Schleemer Ring auf, besuchte die Schiffbeker Volksschule, überwarf sich mit dem einstmals geliebten Vater und verließ den Stadtteil in Richtung der Hamburger Universität, um dort Sozial- und Geisteswissenschaften zu studieren. Mit vielfältigen präzisen und detailreichen Schilderungen beschreibt sie das Schiffbeker Arbeitermilieu ebenso wie die ländliche Gesellschaft, aus der ihre Mutter stammte, die bürgerliche Geschäftswelt, in der sie nach der Schule zunächst eine Banklehre absolvierte und dann während des Studiums jobbte, und schließlich die studentische Szene in den 1970er Jahren. Ergänzt werden diese Darstellungen zum einen durch einen großartigen Fotobestand von annähernd fünfzig Aufnahmen, den Kurt J. Scheffer in den Jahren 1962 und 1968 in Schiffbek angefertigt hat. Er richtet das Augenmerk insbesondere auf die gründerzeitliche Architektur und dokumentiert so annähernd vollständig den Zustand des alten Arbeiterquartiers zu jener Zeit. Zum anderen sind diesem Buch drei kürzere Texte über die Geschichte des SC Vorwärts, die chemische Fabrik Morgenstern, Bigot & Co. und das geschichtsträchtige Gebäude „Adlershorst“ beigegeben. Der im Jahr 1913 gegründete Vorwärts prägte über Jahrzehnte hinweg das gesellschaftliche Leben im Stadtteil und erlebte in den 1960er Jahren wohl seine letzte ganz große Blüte. Die Geschichte der Firma Morgenstern, Bigot & Co. steht stellvertretend für den Niedergang der Fabriken, die im Zuge der Industrialisierung am Unterlauf der Bille entstanden waren und bis in die Nachkriegszeit ein wesentlicher Bestandteil der Schiffbeker Lebenswelt blieben. „Adlershorst“ ist schließlich ein Beispiel für die zahlreichen bedeutsamen historischen Bauten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Schiffbek abgebrochen worden sind. Zusammengenommen beleuchten diese fünf Beiträge aus ganz unterschiedlicher Perspektive die aufregenden 1960er Jahre, die nicht nur für die Bundesrepublik Deutschland, sondern auch für Schiffbek einen tiefgreifenden Wandel einläuteten.

 

1. Aufl. 2019, Broschur 21x26 cm, 200 Seiten, 103 Abildungen, 20 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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