Verkehr

 

Als man in den 1930er Jahren in Deutschland mit dem Bau von Autobahnen begann, führte man die A1 von Lübeck kommend nördlich an Billstedt vorbei zum Horner Kreisel. Von dort aus mussten die Autofahrer dann durchs Stadtgebiet zu den Elbbrücken fahren, um an die weiter nach Süden führende Trasse Anschluss zu erhalten. Mit der massenhaften Verbreitung des Autos ab Ende der 1950er Jahre wurde dieser Zustand zunehmend unhaltbar.

 

Mitte der 1960er Jahre war es schließlich so weit, dass man eine zusätzliche Verbindung zwischen den heutigen Autobahnkreuzen Hamburg-Ost und Hamburg-Süd schuf. Neben einem weiteren Brückenschlag über die Norderelbe und der Untertunnelung des Verschiebebahnhofs Billwerder-Moorfleet waren hierfür auch erhebliche Erdarbeiten auf Billstedter Gebiet erforderlich. Unter Einsatz schweren Geräts trug man im Bereich Kirchsteinbeks einen Teil des Geesthanges ab, um die Trasse durch diese Schneise zum Tal der Glinder Au und von dort weiter bis zum Streckenverlauf aus der Vorkriegszeit zu führen.

 

Im Zuge dieser Maßnahme wurde auch die Glinder Straße angelegt. Sie stellte die Verbindung zwischen der neu geschaffenen Autobahn-Auffahrt Öjendorf und dem Schiffbeker Weg her, um dem völlig überforderten Straßennetz Billstedts ein wenig Entlastung zu verschaffen. Dem selben Zweck diente auch die Verlagerung der B5 im Bereich des Billstedter Zentrums ans Ufer der Bille, die ab 1970 erfolgte. Sie stellte die Verbindung zwischen der Eiffestraße im Westen und der bereits in den 1950er Jahren geschaffenen Umgehungsstraße Kirchsteinbeks im Osten her.

 

Zusätzliches Verkehrsaufkommen wurde jedoch dadurch generiert, dass man zugleich den Schiffbeker Weg vierspurig ausbaute und durch die Moorfleeter Brücke mit dem Industriegebiet Billbrook verband. So war im Wesentlichen die Verkehrssituation komplettiert, die auch heute noch das Bild Billstedts prägt: breite, autogerechte Schneisen, die den Stadtteil durchschneiden, von dem namensgebenden Fluss trennen und die Bewohner mit Lärm und Abgasen belasten.

 

Gleichfalls unter Einsatz erheblicher Erdarbeiten wurde auch Billstedts Anschluss an das Hamburger U-Bahn-Netz hergestellt. Ab Mitte der 1960er Jahre grub man eine breite, etliche Meter tiefe Rinne in die Felder nördlich des Billstedter Zentrums, in der man neben den Gleisen und der Haltestelle auch einen größeren Bereich zum Abstellen nicht benötigter Züge unterbringen wollte. Diese Trasse war bereits in den 1920er Jahren vorgesehen, doch aus vielfältigen Gründen erst jetzt realisiert worden. Zuletzt war ihr die Strecke über Wandsbek nach Farmsen vorgezogen worden, obwohl die Billstedter lebhaft protestiert hatten.

 

Die Eröffnung erfolgte schließlich am 26. September 1969 und bot den Bewohnern nun endlich eine deutlich bequemere und schnellere Verbindung zur Hamburger Innenstadt, als sie vorher mit den Straßenbahnen bestanden hatte. 1990 wurde die Strecke von der Merkenstraße über die Steinfurther Allee bis nach Mümmelmannsberg weitergeführt. Heute stellt sie den am stärksten frequentierten Abschnitt des Hamburger Hochbahn-Netzes dar.

 



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