Kein Schlickberg nach Billstedt!
Liebe Nachbarn!
Wie Sie vermutlich bereits der Berichterstattung entnommen haben, plant die Hamburg Port Authority (HPA, ehemals Amt für Strom- und Hafenbau), in den nächsten 20 Jahren auf dem Altspülfeld Kirchsteinbek, das sich zwischen B5, Rothenbrückenweg, Glinder Au und Bille befindet, einen riesigen, bis zu 38 Meter hohen Berg aus Elbschlick aufzutürmen.
Hierdurch würde nicht nur ein großes Biotop, das vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum gibt, zerstört, sondern dem Stadtteil Billstedt eine weitere schwere Belastung aufgebürdet: Zu den sozialen Problemen und der Umweltbelastung durch Strassenverkehr, Industrie, Müll- und Altholzverbrennungsanlage kämen für lange Zeit pro Tag 150-200 schwere LKWs, die den Schlick anliefern, Auswehungen des belasteten Materials in den Stadtteil und der hässliche Anblick des gigantischen Bergs hinzu. Außerdem steht zu befürchten, dass die Gründung des Altspülfeldes Kirchsteinbek dem Druck der Schlickmassen nicht standhält und die dort bereits liegenden giftigen Stoffe ins Grundwasser gelangen, dass die Haus- und Grundstückspreise sinken und dass weitere Menschen den Stadtteil verlassen. Damit aber würde das gerade angelaufene Programm der Aktiven Stadtteilentwicklung, durch das die Lebensqualität im Hamburger Osten gehoben und der Ruf Billstedts verbessert werden soll, zur Farce.
Entgegen Ihren Zusagen, die Initiative gegen den Schlickberg frühzeitig über den Stand der Dinge zu informieren und ernsthaft mögliche Alternativen zu prüfen, steht die HPA unmittelbar davor, auf dem Gelände Fakten zu schaffen. So ist eine große Zahl von Bohrungen zur Prüfung des Untergrundes geplant. Für das dabei zum Einsatz kommende schwere Gerät sollen viele Bäume gefällt werden, womit dem bestehenden Biotop bereits schwere Schäden zugefügt würden.
Um der HPA sowie der Politik zu zeigen, dass es nicht nur ein kleines Häuflein von aktiven Bewohnern ist, das den Schlickberg nicht haben will, sondern dass ein Großteil der Einwohnerschaft dagegen ist, findet am 14.11. eine Demonstration statt. Sie ist als politischer Laternenumzug konzipiert, beginnt um 17 Uhr beim Kulturpalast im Öjendorfer Weg 30a und führt zum Steinbeker Marktplatz. Wie Sie sich vermutlich unschwer vorstellen können, macht es deutlich mehr Eindruck, wenn von den knapp 70.000 Billstedtern nicht nur 70 oder 700 sondern vielleicht 7000 oder noch mehr an der Demonstration teilnehmen. Insofern: Jeder Kopf zählt.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie an der Demonstration teilnehmen und Politik und Verwaltung so zu verstehen geben, dass Billstedt keine weitere Belastung mehr hinnehmen, sondern stattdessen eine echte Chance bekommen will, sich zu entwickeln. Und zwar jetzt und nicht erst in 30 Jahren, wenn über den Schlickberg vielleicht einmal Gras gewachsen ist. Selbst wenn sich der Schlickberg nicht mehr verhindern lässt, könnte man mit der Demonstration doch ein deutliches Zeichen setzen, dass die Billstedter endgültig nicht mehr bereit sind, sich alles gefallen zu lassen. Also kommen Sie und bringen Sie möglichst viele Nachbarn, Freunde und Bekannte mit.
Falls Sie sich weitergehend informieren wollen, haben Sie unter www.kein-schlick-in-billstedt.de die Möglichkeit dazu.

