Billstedt an der Bille

Im Jahr 2012 begeht der Billstedter Ortsteil Schiffbek seine 800 Jahrfeier. Thematischer Schwerpunkt der aus diesem Anlass stattfindenden BilleVue soll der gleich doppelt namensgebende Fluß, die Bille, sein. Zunächst, weil sie bis hierher schiffbar war und ist, dann, weil Billstedt an der Bille liegt. Den meisten Billstedtern ist dies allerdings überhaupt nicht bewusst, da der Stadtteil seit Anfang der 70er Jahre durch die B5 von ihr getrennt ist.

Die Geschichtswerkstatt Billstedt will im Rahmen der Billvue nun nicht nur daran mitwirken, dass sich dieses Bewusstsein ändert, sondern sie will auch eine Initiative starten, um Stadtteil und Fluß wieder zusammenzubringen. Unter dem Motto „Billstedt an der Bille“ will sie zukünftig für die Idee werben, die B5 auf einer Länge von etwa einem Kilometer zu überdeckeln, wie dies auch an der A7 in Bahrenfeld, Stellingen und Schnelsen geschehen soll.

Der Billstedter Deckel soll sich von der Moorfleeter Brücke etwa bis zum Spökelberg erstrecken und in dreifacher Hinsicht bedeutsame städtebauliche Impulse setzen. Zunächst würde die Belastung durch Straßenlärm und Abgase wirksam zurückgedrängt. Dann würde man dem Billstedter Zentrum mit der Bille ein attraktives, unmittelbar angrenzendes Naherholungsgebiet erschließen. Von Cafes über einen Kanuverleih bis zum Ausbau des bereits bestehenden Sportboothafens ist vieles denkbar. Und schließlich würde man auf dem Deckel Raum schaffen für umfangreichen, reizvollen Wohnungsbau. Während man auf der einen Seite die Bille direkt vor der Tür hat, findet man auf der anderen Seite die gute Infrastruktur des Billstedter Zentrums sowie die schnelle Anbindung in die Hamburger City vor.

Dieses Neubaugebiet könnte sogar auch das gegenüberliegende Billeufer mit einbeziehen, wo sich zahlreiche alte Fabrikgebäude befinden, die vielfach leerstehen und möglicherweise  gut umgenutzt werden könnten (Kletterhalle, Indoorspielplatz, etc.). Zugleich könnte es aber auch in das bestehende Billstedter Zentrum hinein ausstrahlen, wo man sich gegenwärtig im Rahmen der Aktiven Stadtteilentwicklung um eine Aufwertung bemüht. Beispielsweise würde das Projekt auf die Wiederbelebung der Billstedter Hauptstraße einzahlen,  für die man demnächst mit dem testweisen Rückbau auf zwei Fahrspuren einen ersten Schritt unternimmt.

Die Idee soll auf der BilleVue in Form eines 1:500 Modells auf dem Stand der Geschichtswerkstatt Billstedt präsentiert werden. Mit einer Fläche von etwa 2qm wäre es mit Sicherheit ein Hingucker und würde für Gesprächsstoff sorgen. Dies ist aber auch notwendig, denn ohne Frage wird man für die Umsetzung der Idee langen Atem brauchen. Die Hoffnung ist, dass man durch die möglichst anschauliche Darstellung der Idee zahlreiche Menschen auf die städtebauliche Perspektive aufmerksam macht, sie sich dafür begeistern und in der Initiative engagieren oder aber sie zumindest unterstützen.

 



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